Die Familie der Viola da Gamba besticht durch ihren silbrigen, obertonreichen und extrem gesanglichen Klang. Im Gegensatz zu modernen Streichinstrumenten haben Gamben Bünde, sechs bis sieben Saiten und werden im Untergriff gestrichen. Hier ist die Familie im Überblick – vom höchsten bis zum tiefsten Instrument geordnet:
- Pardessus de viole (Diskantgambe): Das kleinste, im 18. Jahrhundert in Frankreich entwickelte Mitglied. Es wurde oft für virtuose Blockflöten- oder Violinenliteratur genutzt.
- Treble / Diskantgambe: Die klassische Oberstimme des englischen Consorts. Ihr Klang ist hell, klar und führt die Melodie an.
- Altgambe: Stimmlich dicht an der Tenorgambe, füllt sie die mittleren Harmonien im Ensemble perfekt aus.
- Tenorgambe: Tief und warm im Charakter. Sie entspricht in der Stimmlage etwa der menschlichen Tenorstimme.
- Bassgambe: Das vielseitigste Instrument der Familie. Sie glänzt als Soloinstrument, als tragende Stimme im Consort und als unentbehrliches Generalbass-Instrument.
- Violone (Großbassgambe): Der majestätische Riese der Familie. Er klingt eine Oktave tiefer als die Bassgambe und bildet das tiefe, warme Fundament des Ensembles.
Viola da Gamba (Museumsstück)

Laute und Viola da Gamba (Museumsstücke)


Bassgambe


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Lauten
Die Familie der Laute war vom Mittelalter bis zum späten Barock das wichtigste und flexibelste Zupfinstrument Europas. Charakteristisch für alle Lauten sind der birnenförmige, aus feinen Holzspänen zusammengesetzte Korpus (Muschel), die abgeknickte Wirbelplatte und der extrem obertonreiche, edle Klang.
Lauten werden meist nicht in Einzelsaiten, sondern in Chören (Saitenpaaren) gestimmt. Hier ist die Familie im historischen Überblick – von den Ursprüngen bis zu den großen Begleitinstrumenten:
- Oud (Die arabische Laute): Die historische Mutter der europäischen Laute, die im 8. Jahrhundert über Spanien nach Europa gelangte. Sie hat keine Bünde, wird mit einem Plektrum gespielt und besitzt einen tiefen, erdigen und warmen Klang.
- Renaissancelaute: Das klassische Solo- und Begleitinstrument des 16. Jahrhunderts mit meist 6 bis 10 Chören und Darmbünden. Sie hat einen extrem klaren, intimen und transparenten Klang, perfekt geeignet für die komplexe Polyphonie dieser Zeit.
- Barocklaute: Eine Weiterentwicklung der Renaissancelaute mit bis zu 13 Chören, die im 17. und 18. Jahrhundert besonders in Frankreich und Deutschland (z. B. bei Silvius Leopold Weiss) geschätzt wurde. Sie verwendet eine neue, offenere Stimmung (d-Moll-Stimmung) und klingt extrem elegant, tief und resonant.
- Erzlaute (Archlute): Entwickelt um 1600, um tiefere Bassnoten spielen zu können. Sie besitzt einen verlängerten Hals mit einem zweiten Wirbelkasten für frei schwingende Bass-Saiten (Bordune). Sie wurde vor allem als melodisches Begleitinstrument im Barockensemble genutzt.
- Theorbe (Chitarrone): Der absolute Riese der Lautenfamilie, entwickelt in Italien für die Begleitung des neuen barocken Gesangsstils (Monodie). Sie hat einen monumentalen, bis zu zwei Meter langen Hals. Die Besonderheit: Ihre beiden höchsten Saiten sind aus physikalischen Gründen eine Oktave tiefer gestimmt (rückläufige Stimmung). Ihr Klang ist extrem kraftvoll, tief und tragend – das perfekte Fundament für Ihr Duo.
- Barockgitarre: Obwohl streng genommen ein Mitglied der Gitarrenfamilie, gehört sie historisch fest in diesen Kreis. Sie hat einen flachen Boden, ist kleiner als moderne Gitarren, besitzt 5 Chöre und zeichnet sich durch eine rhythmisch-virtuose Mischung aus Zupfen (Pizzicato) und Schlagen (Rasgueado) aus.

Theorbe

Barockgitarre
